Manfred BECKERT
Prof. em. Dr. rer. nat. et Ing. habil. Dr.-Ing. E. h.

    Der Magdeburger Josef Bzdok gehört zu den in unserer Zeit führenden Kunstschmieden.
    Seine meisterhaft gestalteten Kunstschmiedearbeiten sind der Tradition vieler Generationen verhaftet. Aber diese Einschätzung trifft nur einen Teil der Künstlerpersönlichkeit Josef Bzdok. Sie bedarf einer wichtigen Ergänzung. Befasst man sich mit seinen Werken, dann ist man geneigt, sie mit denen anderen Metallgestalter zu vergleichen. Unabhängig von der Nutzung gleicher Metalle und gleichartiger Metallbearbeitungsverfahren, ist bei Herrn Bzdok ein tiefes Empfnden für den Werkstoff und die künstlerische Ausdrucksstärke des geschaffenen Ob- jektes erkennbar.
    Die in Buchform vorliegende Darstellung der von Josef Bzdok
    bisher geschaffenen Kunstwerke der Metallgestaltung dokumentiert eindrucksvoll die Einheit von schmiedehandwerklichem Können und hervorragendem Kunstverständnis.
    Da ich selbst Metallkundler bin und mich jahrzehntelang mit der Verbesserung der industriellen Nutzung der Metalle beschäftigt habe, bin ich sehr froh, dass ein Fachmann wie Herr Bzdok, den ich seit langem ken- ne und sogar die Möglichkeit hatte, seinen Werdegang positiv zu beeinflussen, die Tradition der künstlerischen Gestaltung von Metallen vorbildlich fortsetzt.
    Dazu wünsche ich ihm Schöpferkraft und weiterhin viel Erfolg.




Prof. em. Willi Sitte über Josef Bzdok
Handwerkliches Können – vereint mit künstlerischem Gestaltungsvermögen

    Das Fernstudium in einer Fachrichtung der von mir bis 1986 geleiteten Sektion „Bildende und Angewandte Kunst“ der damaligen „Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle-Burg Giebichenstein“ war die Ausnahme. Wer dafür immatrikuliert wurde, musste über ein überdurchschnittliches künstlerisches Talent und über mehrjährige Praxiserfahrungen verfügen.
    Josef Bzdok erfüllte diese Kriterien in besonderer Weise.
    Als er sich mir 1974 vorstellte, beeindruckte mich sein Wille, seine Disziplin und die Ernsthaftigkeit, mit denen er kontinuierlich seine weitere Qualifzierung betrieb. Obwohl er schon auf etliche abgeschlossene Prüfungen als Handwerksmeister und Maschinenbauingenieur verweisen konnte, stellte sich Josef Bzdok weiteren Herausforderungen, mit denen er neue Seiten seiner Kreativität zu erproben suchte.
    Josef Bzdok vermag im nuancenreichen Material „Metall“ zu denken.
    Mit ihm hält er gleichsam Zwiesprache und ergründet dessen Struktur und Besonderheiten, aus denen er durchdacht seine Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln vermag. Seine künstlerische Formsprache basiert auf dem soliden Fundament handwerklichen Könnens. Was unter seinen geschickten Händen geschmiedet, geschweißt und dann, vorher im Kopf vorbereitet, ge- formt wird, steht immer in der Tradition besten Kunsthandwerks
    Josef Bzdok erreicht aber noch mehr, er verbindet diese absolute Beherrschung seines Schlosser- und Schmiedehandwerks mit der künstlerisch-ästhetischen Komponente, die er sich zielsicher hart erarbeitet hat.
    Dazu kniete er sich im Studium ins Grundlagenstudium hinein, bewältigte die zeichnerische und kompositorische Auseinandersetzung mit Gegenständen der Natur und der menschlichen Figur. So erarbeitete er sich das auch für die Kunst unentbehrliche handwerkliche Fundament mit der Ergründung der Gesetzmäßigkeiten und Techniken künstlerischen Schaffens, mit dessen Prozessen er sich nicht zuletzt auch theoretisch befasste.
    Der praktische Teil der mit dem besten Ergebnis von Josef Bzdok bestandenen Diplomprüfung als Metallbildhauer, das „Tor zum Vogteigarten“, sowie die von ihm geschaffenen weiteren künstlerischen Arbeiten belegen das nachhaltig. Mit Josef Bzdok habe ich gern partnerschaftlich zusammengearbeitet. Unsere Begegnungen und Gespräche verliefen immer konstruktiv und produktiv und brachten beiden Seiten Gewinn. Und nicht zuletzt war er auch für die Studierenden an der Burg ein anregender Praktiker und vorbildlicher Gestalter, an dem sie sich orientieren konnten.